erfahren sie mehr über die dgfz-tagung mit einem rückblick auf vergangene tierzucht-jahrestagungen und einblicke in aktuelle themen der tierzucht.

DGFZ-Tagung: Rückblick und aktuelle Themen der Tierzucht-Jahrestagungen

  • DGFZ-Tagung und Jahrestagung von DGfZ und GfT dienen als Schaufenster für neue Ansätze in Tierzucht, Tiergenetik und Management der Tierproduktion.
  • Rostock (25./26.09.2025) setzte mit dem Generalthema Künstliche Intelligenz in der Nutztierhaltung einen Praxisfokus von Sensorik bis Entscheidungsunterstützung.
  • Die Plenarvorträge ordneten Chancen und Risiken ein, während in parallelen Foren ein breites Spektrum von Zuchtforschung bis Tierwohl diskutiert wurde.
  • Nachwuchsformate wie Summer Schools und Kurse stärken methodische Kompetenzen, etwa Machine Learning, Parent-of-Origin-Effekte oder Genotyp-Imputation.
  • Der Blick nach vorn reicht bis zum EAAP Annual Meeting 2026 in Hamburg, das europäische Perspektiven auf Zuchtprogramme und Nachhaltigkeit bündelt.

Wenn sich Fachleute zur DGFZ-Tagung versammeln, entsteht für zwei Tage ein verdichteter Überblick über das, was die moderne Tierzucht bewegt. Dabei geht es nicht nur um genetische Kennzahlen oder neue Zuchtmethoden, sondern ebenso um die Frage, wie Forschung, Beratung und Betriebe die wachsenden Zielkonflikte lösen: höhere Effizienz bei begrenzten Ressourcen, robuste Tiere trotz Klimastress sowie verlässliche Tiergesundheit unter steigenden gesellschaftlichen Erwartungen. Gerade die Jahrestagungen von DGfZ und GfT zeigen daher regelmäßig, welche Zuchttechnik in der Praxis ankommt und wo Grundlagenarbeit noch fehlt.

Der Rückblick auf Rostock mit dem Leitthema „KI in der Nutztierhaltung“ markiert dabei einen Wendepunkt, weil digitale Werkzeuge zunehmend mit Tiergenetik und Management zusammenwachsen. Zudem rücken Nachwuchsbeiträge stärker in den Mittelpunkt: kurze, prägnante Vorträge, Poster und methodische Kurse bilden ein Ökosystem, das Innovation beschleunigt. Wer das Tagungsgeschehen einordnet, erkennt folglich nicht nur Trends, sondern auch die Mechanik dahinter: Wie entstehen belastbare Zuchtprogramme, wie wird Zuchtverbesserung gemessen, und welche Daten braucht eine Tierhaltung, die zugleich wirtschaftlich und verantwortbar bleibt?

Sommaire :

DGFZ-Tagung im Rückblick: Rostock als Knotenpunkt für Tierzucht, Tiergenetik und Praxisdialog

Die Jahrestagung in Rostock am 25. und 26. September 2025 wurde von DGfZ und GfT gemeinsam getragen, wobei das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) sowie die Universität Rostock als Gastgeber eine zentrale Rolle spielten. Dadurch entstand ein Rahmen, der sowohl wissenschaftliche Tiefe als auch anwendungsnahe Diskussionen ermöglichte. Außerdem machte die Wahl des Campus Ulmenstraße mit Audimax und kurzer Wege logistisch vieles einfacher, was gerade für dichte Programme ein echter Vorteil ist.

Der Ablauf folgte einem bewährten Muster: Eröffnung, Grußworte und Auszeichnungen am Vormittag, danach die Plenarsitzung zum Generalthema und anschließend parallele Fachforen. Gerade diese Struktur erlaubt es, die großen Linien zu setzen und danach in Details einzusteigen. Folglich können sich Teilnehmende sowohl über strategische Weichenstellungen in der Tierzucht informieren als auch konkrete Datensätze, Modelle oder Versuchsdesigns diskutieren.

Plenarthema „KI in der Nutztierhaltung“: Warum es in die Zucht hineinwirkt

Die Plenarvorträge beleuchteten konkrete Anwendungsfelder von KI, die inzwischen direkt in Zuchtentscheidungen hineinreichen. Einerseits geht es um generative Systeme, die Wissen strukturieren und Beratung unterstützen können. Andererseits stehen datengetriebene Verfahren im Fokus, die Verhalten, Gesundheit oder Stress über Sensorik erfassen. Deshalb verschiebt sich der Blick auf Leistungsprüfung: Neben klassischen Merkmalen gewinnen digitale Phänotypen an Bedeutung.

Ein Beispiel ist die Lautanalyse in der Schweinehaltung, die Atemwegsprobleme oder Unruhe früh anzeigen kann. Wenn solche Signale zuverlässig mit Gesundheitsdaten verknüpft werden, entstehen neue Merkmale für Zuchtwertschätzungen. Zudem lassen sich Managementeffekte besser kontrollieren, weil Umwelteinflüsse feiner aufgelöst werden. Daraus folgt: KI ist nicht nur ein Stalltool, sondern eine Datenpipeline für Tiergenetik und Zuchtforschung.

Fachforen und Nachwuchs: Breite Themen, klare Signale

In mehreren parallelen Foren wurden rund 90 Kurzvorträge aus Tierhaltung, Zucht, Tierwohl, Genomik und genetischen Ressourcen präsentiert. Dadurch dominierte ein kompaktes Format, das Diskussionen eher anstößt als erschöpft. Gleichzeitig profitieren Promovierende, weil sie Feedback zu Methoden erhalten, bevor Ergebnisse als Paper festgezurrt sind.

Zur Einordnung hilft ein typisches Szenario aus der Praxis: Eine Milchviehhalterin in Mecklenburg-Vorpommern will die Remontierung präziser steuern und dabei Klauengesundheit stärker gewichten. Auf der Tagung trifft sie Forschende, die digitale Klauenbilder mit Genomdaten kombinieren, und Berater, die die Umsetzung in Herdenmanagementsysteme erklären. Somit wird aus Forschung ein Baustein für Zuchtverbesserung im Betrieb. Der zentrale Insight lautet: Austauschformate entscheiden, ob Zuchtprogramme als Theorie enden oder als Routine beginnen.

Aktuelle Themen der Tierzucht-Jahrestagungen: Von Zuchtmethoden bis Zuchttechnik im Betrieb

Die Jahrestagungen spiegeln seit Jahren, dass Zuchtmethoden nicht mehr isoliert betrachtet werden können. Stattdessen treffen Genomik, Ökonomie, Tierwohl und Umweltwirkung in einem gemeinsamen Zielsystem aufeinander. Daher wird Zuchtplanung zunehmend zu einer Frage des Portfoliomanagements: Welche Merkmale werden wie stark gewichtet, und wie robust sind diese Gewichtungen bei Markt- oder Klimaschwankungen?

Gerade im Rinderbereich zeigt sich das an der gleichzeitigen Nachfrage nach Effizienz und Resilienz. Dennoch gilt Vergleichbares für Schwein und Geflügel, weil auch dort Robustheit und Gesundheitsmerkmale stärker in die Zuchtwertschätzung rücken. Zudem wächst der Bedarf an transparenten Erklärungen, da Stakeholder außerhalb der Branche genauer hinsehen. Folglich gewinnen nachvollziehbare Indizes und klare Kommunikation über genetischen Fortschritt an Bedeutung.

Zuchtprogramme zwischen Leistung, Robustheit und Klimaresilienz

Nach dem Generalthema „Klimaresilienz und Nutztiere“ in Göttingen (2024) ist die Diskussion in vielen Zuchtorganisationen konkreter geworden. Einerseits werden Hitzetoleranz, Futtereffizienz und Persistenz stärker operationalisiert. Andererseits entsteht die Herausforderung, dass solche Merkmale häufig schwer zu messen sind. Deshalb braucht es Messnetze, Datenstandards und Kooperationsmodelle zwischen Betrieben, Prüfstationen und Forschung.

Ein anschaulicher Fall ist ein fiktiver Zuchtbetrieb „NordLand Genetik“, der in einem warmen Sommer wiederholt Leistungseinbrüche in der Mast beobachtet. Das Unternehmen koppelt daraufhin Stallklimadaten mit Wachstumsdaten und analysiert, welche Linien bei Hitzestress stabil bleiben. Zudem werden Tierwohlindikatoren einbezogen, um Zielkonflikte sichtbar zu machen. So entsteht ein Zuchtindex, der nicht nur schnelleres Wachstum belohnt, sondern auch Stabilität. Der Nutzen liegt auf der Hand: Zuchtverbesserung wird als Risikoreduktion messbar.

Von der Tiergenetik zur Tierproduktion: Datenqualität als Engpass

In der Tierproduktion entsteht inzwischen ein Überangebot an Daten, jedoch bleibt die Datenqualität oft der limitierende Faktor. Sensoren liefern lückenhafte Reihen, Softwaresysteme speichern in unterschiedlichen Formaten, und Identitäten von Tieren sind nicht immer konsistent. Daher ist „mehr Daten“ nicht automatisch besser. Entscheidend ist vielmehr, dass Daten kuratiert, plausibilisiert und für genetische Auswertungen geeignet gemacht werden.

Hier greift Zuchttechnik im weiteren Sinne: standardisierte Identifikation, saubere Schnittstellen, definierte Messprotokolle und klare Verantwortlichkeiten. Außerdem wird die Frage wichtiger, wie Datenschutz und Datennutzung fair geregelt werden, damit Betriebe bereit sind, Daten zu teilen. Folglich sind organisatorische Lösungen genauso relevant wie Algorithmen. Der Kerngedanke: Ohne belastbare Phänotypen bleibt Tiergenetik ein Hochleistungsmotor ohne Treibstoff.

Nach den inhaltlichen Leitplanken wird der Blick automatisch methodischer, weil viele Fortschritte an Werkzeugen hängen, die in Kursen und Summer Schools vermittelt werden.

Zuchtforschung und Weiterbildung: Kurse, Summer Schools und die Professionalisierung der Methoden

Ein auffälliges Merkmal der letzten Jahre ist die stärkere Verzahnung von Tagungsformaten mit Weiterbildung. Dadurch entstehen Lernpfade, die vom Kurzworkshop bis zur Summer School reichen. Außerdem können Nachwuchskräfte so schneller Verantwortung übernehmen, weil sie Methoden nicht nur aus Papers kennen, sondern praktisch trainiert haben. Gerade in der Zuchtforschung ist das entscheidend, weil kleine Implementierungsfehler große Verzerrungen auslösen können.

Die Kurslandschaft zeigt, welche Kompetenzen als strategisch gelten. Parent-of-Origin-Effekte in der Nutztierhaltung wurden in einem mehrtägigen Kurs am FBN Dummerstorf behandelt, geleitet unter Federführung eines erfahrenen Genetikers. Solche Effekte sind relevant, weil die Herkunft eines Allels die Merkmalsausprägung beeinflussen kann. Deshalb müssen Modelle angepasst werden, wenn man etwa Fruchtbarkeit oder Wachstum sauber trennen will. Zudem sind diese Fragestellungen eng mit Imprinting und epigenetischen Mechanismen verbunden.

Machine Learning in den Animal Sciences: Vom Hype zur Routine

Die Summer School zu „Machine Learning in Animal Sciences“ in Kiel hat bereits 2024 verdeutlicht, wie breit die Einsatzfelder sind. Einerseits geht es um Bildauswertung, etwa Body-Condition-Scoring oder Läsionsdetektion. Andererseits sind Zeitreihenmodelle relevant, zum Beispiel für Aktivität, Futteraufnahme oder Temperaturverlauf. Daher wird ML zunehmend als statistisches Werkzeug begriffen, nicht als Magie.

Für die Praxis bedeutet das: Ein Modell ist nur so gut wie seine Validierung. Deshalb werden in guten Kursen Themen wie Cross-Validation, Leakage und Interpretierbarkeit konsequent geübt. Außerdem wird diskutiert, wie ML-Ergebnisse in genetische Modelle integriert werden, ohne klassische Populationsgenetik zu ignorieren. Folglich entsteht eine hybride Methodik, die für Zuchtprogramme attraktiv ist: schnell in der Merkmalsextraktion, solide in der Zuchtwertschätzung.

Publizieren, Reproduzierbarkeit und Standards

Workshops zum wissenschaftlichen Schreiben und Publizieren, wie sie an Universitätsstandorten angeboten wurden, adressieren einen oft unterschätzten Engpass. Gute Ideen verlieren Wirkung, wenn sie nicht präzise dokumentiert sind. Daher wird Reproduzierbarkeit zur Währung: Datensatzbeschreibung, Code-Management und klare Methodenteile sind keine Nebensache mehr.

Auch Genotyp-Imputation wurde in Kurzformaten trainiert, weil sie in vielen Projekten Standard ist. Jedoch hängt die Qualität der Imputation von Referenzpopulationen, Markerabdeckung und QC-Kriterien ab. Deshalb braucht es verbindliche Checklisten, bevor Ergebnisse in Zuchtwertsysteme einfließen. Der abschließende Insight: Methodische Weiterbildung ist inzwischen ein Produktivitätsfaktor der gesamten Branche, nicht nur ein Karrierebaustein.

Mit diesem Methodenfundament wird verständlich, warum KI-Diskussionen nicht im Digitalen enden, sondern in konkrete Entscheidungsprozesse für Betriebe und Verbände übergehen.

KI in der Nutztierhaltung als Querschnitt: Anwendungen, Risiken und Mehrwert für Zuchtverbesserung

Das Rostocker Leitthema hat die Debatte über KI geerdet, weil konkrete Anwendungen im Mittelpunkt standen. Einerseits wurden Potenziale für Tiergesundheit und Tierwohl betont. Andererseits kamen Risiken zur Sprache, etwa Fehlalarme, Bias in Trainingsdaten oder unklare Verantwortlichkeiten. Deshalb ist die zentrale Frage nicht, ob KI genutzt wird, sondern wie verantwortungsvoll sie in Routinen eingebettet wird.

In der Tierhaltung sind KI-Systeme häufig als Frühwarnsysteme gedacht. Dennoch entsteht Mehrwert erst, wenn Maßnahmen folgen: Behandlung, Fütterungsanpassung oder Umstallen. Zudem müssen Systeme erklären können, warum ein Alarm ausgelöst wird, sonst sinkt die Akzeptanz. Folglich werden Interpretierbarkeit und Nutzerführung zu Erfolgsfaktoren, gerade in stressigen Betriebssituationen.

Beispielkette: Von der Lautanalyse zur Zuchtentscheidung

Eine plausible Anwendungskette beginnt mit akustischen Sensoren im Schweinestall. Die Software klassifiziert Hustenmuster und verknüpft sie mit Stallklima und Leistungsdaten. Daher lässt sich erkennen, ob bestimmte Gruppen häufiger Probleme zeigen. Sobald diese Informationen über mehrere Durchgänge konsistent sind, kann die genetische Komponente geschätzt werden. Damit wird aus Managementdiagnostik ein Kandidat für ein Zuchtmerkmal.

Ein zweites Beispiel betrifft Aktivitätsdaten bei Milchkühen. Wenn Bewegungsmuster zuverlässig mit Lahmheit korrelieren, entsteht ein objektives Gesundheitsmerkmal. Außerdem können Behandlungsdaten die Klassifikation verbessern. Somit wird Zuchtverbesserung nicht nur an Milchkilogramm gemessen, sondern an robusten, alltagstauglichen Tieren. Der entscheidende Punkt: KI liefert neue Phänotypen, während Tiergenetik deren Vererbbarkeit und Selektionseffekte bewertet.

Risikomanagement: Datenethik, Betriebssouveränität, Fehlsteuerung

Mit wachsender Datentiefe wächst die Verantwortung. Wenn Algorithmen falsche Prioritäten setzen, kann das Tierwohl leiden oder Ressourcen werden ineffizient eingesetzt. Deshalb braucht es Governance: Wer darf Modelle updaten, wie werden Fehlerraten kommuniziert, und wer haftet bei Fehlfunktionen? Zudem ist Betriebssouveränität wichtig, weil Daten aus Ställen wirtschaftlich sensibel sind.

Für Verbände und Zuchtorganisationen ergibt sich daraus ein Handlungsfeld: Standards für Datennutzung, Auditierbarkeit und Schnittstellen. Außerdem können neutrale Testumgebungen helfen, Systeme vergleichbar zu machen. Folglich wird KI-Kompetenz zu einem Teil der Verbandsarbeit, ähnlich wie es früher Leistungsprüfung und Zuchtbuchführung waren. Der Insight zum Schluss: KI wirkt wie ein Verstärker—sie verbessert Prozesse, aber sie verstärkt auch jede Schwäche im System.

Termine, Formate und internationale Einordnung: Jahrestagung, Mitgliederversammlung und EAAP 2026

Tagungen leben nicht nur von Vorträgen, sondern auch von formalen und informellen Knotenpunkten. Deshalb sind Mitgliederversammlungen und Fortbildungsangebote mehr als Pflichttermine. Sie setzen Prioritäten, beschließen Budgets und definieren, welche Themen in kommenden Jahrestagung-Programmen Raum bekommen. Außerdem entsteht dort die Übersetzung von Wissenschaft in Verbandsstrategie.

In Rostock lag die Mitgliederversammlung der GfT zeitlich direkt vor der Tagung, was organisatorisch sinnvoll ist. Dadurch konnten anreisende Mitglieder zwei Termine bündeln. Zudem lässt sich so eine Rückkopplung schaffen: Gremienentscheidungen stehen nicht im luftleeren Raum, sondern neben aktuellen Fachdebatten. Folglich wird Governance näher an Inhalte gerückt.

Kalender mit Nutzen: Was welche Veranstaltung typischerweise leistet

Für die Planung in Forschungseinrichtungen, Zuchtorganisationen und Medien ist ein klarer Überblick hilfreich. Daher zeigt die folgende Übersicht typische Ziele der Formate, ohne die Dynamik einzelner Jahre zu nivellieren. Außerdem wird sichtbar, wie sich nationale und internationale Ebenen ergänzen.

Format / Termin Ort Typischer Fokus für Tierzucht und Zuchtforschung
DGfZ/GfT-Jahrestagung (25./26.09.2025) Universität Rostock, Campus Ulmenstraße Plenarthema (z. B. KI), Fachforen, Austausch zu Zuchtmethoden, Genomik und Praxisfragen der Tierproduktion
Mitgliederversammlung (24.09.2025) Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät, Rostock Verbandsentscheidungen, Arbeitsprogramme, Prioritäten für künftige Tagungen und Fortbildungen
GfT-Kurs „Parent-of-Origin-Effects“ (17.–21.03.2025) FBN Dummerstorf Modellierung spezieller genetischer Effekte, Relevanz für Tiergenetik und Zuchtwertschätzung
Summer School „Machine Learning in Animal Sciences“ (23.09.–01.10.2024) Universität Kiel ML-Methoden für Phänotypisierung, Sensorik und Entscheidungssysteme, Anschlussfähigkeit an Zuchtprogramme
EAAP Annual Meeting (07.–11.09.2026) Hamburg Europäische Perspektiven auf Nachhaltigkeit, Zuchtziele, Märkte; Networking entlang der gesamten Wertschöpfung

Praktische Orientierung: Wie Inhalte aus Tagungen in Betrieben landen

Der Transfer in den Alltag gelingt oft über wiederkehrende Rollen. Zuchtberater übersetzen Ergebnisse in Auswahlregeln, Softwareanbieter implementieren Schnittstellen, und Betriebe liefern Feedback zu Umsetzbarkeit. Daher lohnt es sich, Tagungsinhalte bereits beim Zuhören in „nächste Schritte“ zu übersetzen. Außerdem helfen kurze Pilotprojekte, um Erwartungen zu kalibrieren.

Eine kompakte Liste bewährter Transferhebel macht das greifbar:

  • Ein-Kennzahl-Start: Zunächst ein neues Merkmal oder einen Index testen, statt das ganze System umzubauen.
  • Datenhygiene-Check: Identitäten, Zeitstempel und Plausibilitäten prüfen, bevor Modelle laufen.
  • Rückkopplungsschleifen: Ergebnisse mit Stallteam, Tierarzt und Beratung besprechen, damit Maßnahmen folgen.
  • Vergleichsgruppen: Kleine Kontrollgruppen behalten, um Effekte realistisch zu bewerten.
  • Dokumentation: Entscheidungen und Parameter festhalten, damit Lernen über Jahre möglich bleibt.

So wird sichtbar, dass eine DGFZ-Tagung nicht nur Wissen vermittelt, sondern Handlungsroutinen anstößt. Als nächster Schritt rückt damit automatisch die Frage in den Vordergrund, welche konkreten Fragen Teilnehmende vor der nächsten Jahrestagung klären sollten.

Welche Themen werden auf einer DGFZ-Tagung typischerweise besonders intensiv diskutiert?

Im Mittelpunkt stehen meist aktuelle Schwerpunkte der Tierzucht-Jahrestagungen wie Tiergenetik, Genomik, Tierwohl- und Gesundheitsmerkmale, neue Zuchtmethoden sowie die Umsetzung in Zuchtprogramme. Zudem gewinnen datenbasierte Ansätze wie KI, Sensorik und digitale Phänotypen an Gewicht, weil sie direkte Effekte auf Zuchtwertschätzung und Management haben.

Warum ist KI für Tierzucht und Zuchtverbesserung mehr als ein Stall-Tool?

KI erzeugt oder verdichtet Messwerte, die als neue Phänotypen in die Zuchtforschung eingehen können, etwa über Lautanalyse, Aktivitätsprofile oder Bilddaten. Wenn diese Merkmale sauber validiert und mit Genomdaten verknüpft werden, erweitern sie die Basis für Selektion. Dadurch kann Zuchtverbesserung stärker auf Robustheit, Gesundheit und Tierwohl ausgerichtet werden.

Wie profitieren Praktikerinnen und Praktiker von den Fachforen einer Jahrestagung?

Die Kurzvorträge liefern konkrete Ansätze, beispielsweise zu Datenstandards, Zuchttechnik oder Bewertung neuer Merkmale. Außerdem ermöglichen Diskussionen mit Forschenden und Zuchtorganisationen eine schnelle Einordnung, ob ein Ansatz in den eigenen Betrieb passt. Häufig entstehen daraus Pilotprojekte oder Kooperationen, die den Transfer in die Tierproduktion beschleunigen.

Welche Rolle spielen Fortbildungskurse und Summer Schools für den Nachwuchs in der Zuchtforschung?

Sie vermitteln methodische Sicherheit in Bereichen wie Machine Learning, Genotyp-Imputation oder speziellen genetischen Effekten. Dadurch steigen Qualität und Vergleichbarkeit von Analysen, was für Zuchtprogramme entscheidend ist. Gleichzeitig helfen die Formate, Netzwerke aufzubauen, die später gemeinsame Datensätze, Verbundprojekte oder Standardisierung vorantreiben.

Welche internationalen Anknüpfungspunkte sind nach nationalen Jahrestagungen besonders relevant?

Große europäische Formate wie das EAAP Annual Meeting, das 2026 in Hamburg stattfindet, bündeln Forschung, Verbände und Praxis aus vielen Ländern. Dadurch lassen sich nationale Entwicklungen in Tiergenetik, Nachhaltigkeit und Marktanforderungen besser einordnen. Zudem entstehen Kontakte, die für gemeinsame Studien, Referenzpopulationen oder Harmonisierung von Zuchtzielen nützlich sind.

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